Am 11. September 2024 stürzte in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden in den frühen Morgenstunden ein Brückenzug der Carolabrücke ein. Wie durch ein Wunder kam es weder zu Personenschäden noch zu Schäden an Kraftfahrzeugen oder Schiffen. Der Einsturz der Carolabrücke rief – mit Fug und Recht – bundesweite Empörung hervor. Er steht für eine neue Zerfallszäsur der öffentlichen Infrastruktur in unserer Republik. Etwas Vergleichbares wäre beispielsweise in den benachbarten Niederlanden undenkbar.

Der öffentlichen Berichterstattungen war zu entnehmen, dass der Landeshauptstadt Dresden bereits Monate vor dem Einsturz Warnungen über „sehr kritische“ Korrosionswerte vorlagen:

„Die im Mai 2024 vorgelegte Untersuchung stellte eine fortgeschrittene Korrosion an der Bewehrung des Bauwerks fest, wie aus Dokumenten hervorgeht, die der „Sächsischen Zeitung“ und der „Bild“-Zeitung vorliegen.“.

Die zweite Carolabrücke in Dresden wurde in den Jahren von 1967 bis 1971 in der damaligen Deutschen Demokratischen Republik gebaut. Ob die damalige „Ost“-Bauweise der Grund für den Einsturz ist, muss erst noch abschließend geklärt werden. Es wäre jedoch vermessen, dass die westdeutschen Brücken Ewigkeitsbestand hätten, denn andernfalls hätten auf der nahegelegenen Bundesautobahn 45 nicht schon mehrere Brücken gesperrt und abgerissen werden müssen (Stichwort: Rahmedetalbrücke).

Der Einsturz der Carolabrücke in Dresden sollte eine bundesweite Warnung sein, den Zerfall der Brückeninfrastruktur nicht länger zu ignorieren und die notwendigen und geeigneten Sanierungsmaßnahmen zum Schutz der Bevölkerung zu ergreifen. Da sich auf Wittener Stadtgebiet ebenfalls zahlreiche Brücken befinden, ist die Sicherheit von Brücken auch ein für unsere Stadt sehr relevantes Thema.

Vor diesem Hintergrund hat die AfD Ratsfraktion Witten folgende Fragen an die Stadtverwaltung und bittet höflichst um schriftliche Beantwortung:

  1. Wer ist konkret für die Zustandskontrolle und den Erhalt der Brücken auf Wittener Stadtgebiet zuständig?
  2. Welche Informationen liegen der Stadtverwaltung über den Zustand und die Sicherheit der Brücken
    (Straßen-, Autobahn-, Gehweg- und Eisenbahnbrücken) sowie von Unterführungen in unserer Stadt vor?
  3. In welchem zeitlichen Intervall werden die Brücken in Witten auf Ihren Zustand geprüft und wer führt diese Prüfungen durch?
  4. Wann sind die Brücken auf Wittener Stadtgebiet erbaut worden und wann erfolgten letzte Sanierungsmaßnahmen?
  5. Gibt es im Wittener Stadtgebiet „Problembrücken“, also Brücken, die Anlass zur Besorgnis geben bzw. aktuell in ihrer Nutzung eingeschränkt sind?

Wir bedanken uns für Ihre Bemühungen im Zusammenhang mit der Beantwortung unserer Anfrage und verbleiben

mit kollegialen Grüßen

Matthias Renkel
Fraktionsvorsitzender


Die Anfrage können Sie hier auch als PDF-Datei herunterladen:

AfD Ratsfraktion Witten – Anfrage Sicherheit Brücken im Stadtgebiet vom 29.01.2025